Montag, 6. September 2010
 

ESV Wörgl Sektion Foto

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Digitale Dunkelkammer
Monitor kalibrieren E-Mail
Donnerstag, 6. Mai 2010
 

Weshalb einen Monitor kalibrieren?

Tips von Heinz Jürgen Groß, DeltaE. Image Consulting (http://www.deltae-ic.de/),

Bei genauerem Hinsehen erweist sich die Monitorprofilierung als durchaus komplexes Thema, dem aber angesichts seiner Bedeutung für den gesamten Arbeitsablauf in der digitalen Bildproduktion eine hohe Aufmerksamkeit zusteht. Sicherlich beleuchtet auch der Artikel in FineArtPrinter Ausgabe 1/06 nicht alle Aspekte der Monitorprofilierung; vielleicht konnten wir aber Ihre Aufmerksamkeit auf bislang weniger bekannte Details lenken.

Die nachstehende Checkliste möge Ihnen jedenfalls den praktischen Umgang mit den Informationen dieses Beitrags erleichtern.

1. Überprüfen Sie Ihren Bildschirm auf Sauberkeit und Reflexfreiheit. Wenn notwendig, reinigen Sie ihn und montieren Sie gegebenenfalls eine Streulichthaube.

2. Warten Sie mit den nachfolgenden Schritten mindestens dreißig Minuten, damit sich die Bildwiedergabe stabilisieren kann.

3. Passen Sie die Monitorhelligkeit an. Wenn möglich, benutzen Sie dafür Ihr Messgerät.

4. Regeln Sie den Kontrast Ihres Monitors; achten Sie darauf, dass eine maximale Monitorhelligkeit von 130 cd/m2 nicht überschritten wird, wenn Sie den Bildschirm zur Beurteilung von Ausdrucken verwenden möchten. Für Webanwendungen empfiehlt sich die Erstellung eines separaten Profils.

5. Für das Monitorgamma hat sich 2,2 als guter Startwert erwiesen; bei Problemen mit streifigen Grauverläufen lohnt das Experimentieren mit diesem Parameter.

6. Wählen Sie den Weißpunkt. 5.000 K ist die Standardempfehlung; beurteilen Sie Druck-Erzeugnisse möglichst unter Normlicht.

7. Starten Sie Ihre Software; kalibrieren und profilieren Sie Ihren Monitor.

8. Überprüfen Sie die Graubalance und achten Sie auf Bandingprobleme; die Datei »Balance.jpg« hilft bei der Beurteilung.

9. Überprüfen Sie die Farbwiedergabe anhand eines profiliert ausgegebenen Prints. Verwenden Sie möglichst ein Motiv, das Ihre Aufgabenstellung möglichst gut repräsentiert, und stellen Sie sicher, dass der verwendete Referenzprint auf einem gewissenhaft profilierten System erstellt wurde.

10. Passen Sie – wenn nötig – Vorgabewerte wie Gamma, Luminanz und Weißpunkt an, und erstellen Sie ein neues Profil. Änderungen des Weißpunktes um 100 Kelvin sind noch gut sichtbar; leider lassen nicht alle Kalibrierlösungen solch feine Korrekturschritte zu.

11. Denken Sie daran, Ihr Profil in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

12. Als Vorstufe zur Kalibrierung haben wir zwei Testmotive für Sie zusammengestellt. Offnen Sie diese Motive im Bildbearbeitungsprogramm auf Ihrem Rechner und lesen Sie die Anleitung. Dann erfahren Sie schon sehr viel über die Qualität Ihres Monitors.

Ein Service für FineArtPrinter-Leser:
http://www.fineartprinter.de

Zusammengestellt  von Heinz Jürgen Groß, DeltaE. Image Consulting (http://www.deltae-ic.de/),

Sie finden in diesem zip-Archiv zwei JPGs:

Einser.jpg  enthält sowohl im schwarzen als auch im hellen Feld jeweils die Ziffer „1“ Wenn Sie sowohl die Ziffer „1“ auf dem schwarzen als auch auf dem weissen Feld lesen können, dann zeigt Ihr Monitor tatsächlich 256 Helligkeitsabstufungen an. Ist dies nicht der Fall, sehen Sie möglicherweise die Helligkeitswerte eines Bildes nur im Bereich der Dichtewerte 12 bis 244.  Das heißt andererseits auch, dass Ihr Monitor nie das gesamte Farbspektrum von 16,7 Millionen Farben abbildet, die eine Datei normalerweise beschreiben kann. Das können Sie ändern: Kalibrieren Sie Ihren Monitor!

FarbBalance.jpg zeigt einen Verlauf von RGB 0/0/0 (oben links) nach RGB 255/255/255 unten rechts. Alle Bildpunkte haben identische Werte für Rot, Grün und Blau. Demzufolge müsste dieses Motiv bei einem korrekt eingestellten Monitor durchgängig Neutral dargestellt werden; die Verläufe sollten ohne Abrisse dargestellt werden. Farbige Linien und Abrisse deuten deshalb auf eine nur unzureichend kalibrierte Graubalance hin.









  • Das einzige Kolorimeter am Markt mit sieben Farb-Detektoren und der industrieweit größten Sensoröffnung für lichtempfindlichste und exakteste Messungen.
  • Schnellere Kalibrierung, Re-Kalibrierung in der Hälfte der Zeit
  • Integrierte Tools wie SpyderProof™, StudioMatch™ und die ExpertConsole bieten dem Fotografen verlässliche Eckpunkte im professionellen Arbeitsablauf.
  • Der integrierte Umgebungslichtsensor misst das vorhandene Raumlicht und berücksichtigt es bei der Kalibrierung. Auf Wunsch überwacht er die Lichtverhältnisse kontinuierlich.
  • Medienneutraler Arbeitsablauf durch LStar-Unterstützung möglich.

Spyder3.gif"Schlanker, schneller, präziser - damit punktet unsere Spyder3-Linie. Mit Spyder3Elite setzen wir einen vollkommen neuen Standard im Bereich der digitalen Dunkelkammer", denn mit der Technologie des Spyder3, dem neuen Look&Feel der Software und ihrem Bedienkomfort zeigen wir erneut, dass Lösungen für effizientes Farbmanagement nicht kompliziert sein müssen."

Spyder3 bietet einen integrierten Umgebungslichtsensor und kann auf Wunsch die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz permanent überwachen. Dazu wird er auf einer speziellen Halterung befestigt. Darüber hinaus ist er 37% schlanker als sein Vorgänger und kommt in einem grau-glänzenden, futuristisch anmutenden Design daher.

Im Inneren der Spyder3-Hardware arbeitet die dritte Generation der Spyder-Technologie, die neue Maßstäbe in der Monitorkalibrierung setzt. Die verbesserte Messtechnologie und die vergrößerte Colorimeter-Öffnung bewirken eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit um 400 Prozent. Damit ist der Spyder3 das exakteste Colorimeter seiner Klasse. Dies garantiert konsistente Farben auf allen LCD, CRT, Laptop- und Front-Projektor-Displays. Spyder3 bietet darüber hinaus die Möglichkeit, mehrere Bildschirme luminanztechnisch aufeinander abzustimmen.

Neben seiner neu entwickelten Hardware kommt die neue Spyder3-Produktlinie von Datacolor mit einer komplett überarbeiteten Software auf den Markt. Das Look&Feel der Software ist stylisch in schwarz gehalten, eine intelligente Menüstruktur bietet Übersicht pur. Im Zentrum der Software steht der Anwender mit seinen Arbeitsabläufen. So unterstützt Spyder3 den Fotografen perfekt beim Arbeiten in der digitalen Dunkelkammer und bietet doch die nötige Flexibilität, um selber Einstellungen bewusst anzupassen oder zu modifizieren. Ein neues Feature dafür ist SpyderProof. Es liefert 16 Beispielbilder zu unterschiedlichen Themen wie beispielsweise Landschaft, Porträts oder Detailaufnahmen, die eine authentische Vorher-Nachher-Ansicht des Kalibrierungsergebnisses ermöglichen. Anhand von vier Menüfenstern kann man Parameter wie Farbsättigung, Hautfarbe, Farbverlauf sowie Schwarz- und Weißtöne nach erfolgter Kalibrierung beurteilen, um die gewünschten Kalibrierungsergebnisse zu erzielen. SpyderProof lässt außerdem ein kleines Spyder-Icon in der Taskleiste erscheinen, das dem Nutzer anzeigt, ob der Monitor noch den Kalibrierungsstandard zur Farbwiedergabe erfüllt, beziehungsweise ob eine Re-Kalibrierung vorgenommen werden sollte. Entsprechend den Bedürfnissen von Profi-Fotografen ermöglicht Spyder3 eine noch genauere Kontrolle über den Weißpunkt- und Gamma-Abgleich. Dank der neuen ReCAL-Funktion dauert die Re-Kalibrierung nur zweieinhalb Minuten - das ist weniger als die Hälfte der Zeit, die für die Erstkalibrierung benötigt wird.

datacolorSpyder3.gifWas Spyder3Elite noch zu bieten hat:

* Intelligente Umgebungslichtmessung: Der Spyder3 ermöglicht die Messung des Umgebungslichts und berücksichtigt es bei der Kalibrierung. Auf Wunsch können die Lichtverhältnisse der Arbeitsumgebung auch konstant überwacht werden. Der Vorteil: Spyder3 zeigt an, wenn die Lichtverhältnisse von denen der Kalibrierung abweichen.

* Grenzenlose Parameter: Den Kalibrierungseinstellungen wie Weißpunkt- und Gammawerte sind keine Grenzen gesetzt, der Anwender kann sie selbst definieren. Das ermöglicht Profi-Fotografen die absolute Kontrolle über ihren digitalen Workflow.

* Einfach zu bedienende Dual Mode Software: Der Anwender hat zwei Möglichkeiten, die Software zu konfigurieren: einmal kann er sich von Assistenten durch das gesamte Menü führen lassen. Andererseits erlaubt eine Expertenkonsole die Konfiguration aller Parameter in einem einzigen Menüfenster. Um Zeit zu sparen und die Kontrolle über die Farbgebung in der Hand zu haben, werden erfahrene Anwender ihren Bildschirm darüber einstellen. Die integrierte LStar-Option nutzt eine patentierte Technologie, alternativ zu typischen Gamma-Werten, zur Erzeugung einer einzigartigen Farbverlaufskurve für offene Schatten- und detailreiche Lichter-Bereiche.

* Echtzeit-Kalibrierungsüberwachung: Permanent werden im Hintergrund die aktive Kalibrierung und das Umgebungslicht überwacht. Dies stellt eine korrekte Farbdarstellung sicher.

* Kalibrierung mehrerer Monitore: StudioMatch definiert einen luminanztechnischen Abgleich für mehrere Monitore, auf deren Grundlage dann alle Displays kalibriert werden. Dies ist vor allem in Arbeitsumgebungen mit mehreren Monitoren unerlässlich.

* Systemvoraussetzung für Spyder3Elite ist Windows XP32/64 oder Vista sowie Mac OS x und höher.

 

Spyder3™ Solution Comparison Chart

   s3_compare_s3s.gif
 s3_compare_s2e.gifs3_compare_s3p.gifs3_compare_s3e.gifs3_compare_s3print.gif
Target UserHome user & digital imaging enthusiastSerious & professional photographersProfessional photographers, photography
studios and professional users of all kinds
Photographers, fine art printers, production professionals
Measurement DeviceDatacolor Spyder2™Datacolor Spyder3™Datacolor Spyder3™Datacolor 1005™ Spectrocolorimeter
Gamma ChoicesFixed (2.2)4 choices: 1.8, 2.0, 2.2, 2.4
(16 target combinations)
Unlimited choices, user definedUnlimited choices, user defined
Color TemperatureChoices Fixed (6500K)4 choices: 5000K/5800K/6500K/native
(16 target combinations)
Unlimited choices, user definedUnlimited choices, user defined
Custom Targets  Yes, unique custom choices
(NTSC, PAL/SECAM, Cineon, L-Star)
Yes, 3 levels of color targets,
plus extended gray targets
Embedded Ambient Light Sensor/Desktop Cradle s3compare_x.gifXDesktop cradle/calibration tile
Aperture Size14.5mm diameter27mm diameter27mm diameter7mm diameter
Ambient Light Measure s3compare_x.gifs3compare_x.gifN/A
ReCAL™, Recalibration Assistant s3compare_x.gifs3compare_x.gifN/A
Expert Console  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
Custom B/W Luminance Control  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
Display History Utility  s3compare_x.gifN/A
SpyderProof™ Interface s3compare_x.gifs3compare_x.gifs3compare_x.gif
Multiple Display Calibration s3compare_x.gifs3compare_x.gifN/A
Studio Match™  s3compare_x.gifN/A
Front Projector Calibration  s3compare_x.gifN/A
Gamma Curve Editing  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
CheckCAL™, Calibration and Profile Check s3compare_x.gifs3compare_x.gifN/A
L-Star* Workflow Option  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
Custom Curves Capability  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
PreciseLight™ Functions  s3compare_x.gifs3compare_x.gif
Hi-Bit Profiling Option   s3compare_x.gif
Precision Gray Axis Algorithm s3compare_x.gifs3compare_x.gifs3compare_x.gif

 

 

 


 
Studioportrait E-Mail
Donnerstag, 3. Juli 2008
 

Studioportrait für absolute Anfänger


Von Alex Penner

Viele existierende Workshops oder Tutorials, die sich mit der Studiofotografie beschäftigen, befassen sich ausgiebig mit der Studiotechnik, erläutern die Wirkung von diversen Studiolichtformern oder zeigen die unterschiedlichsten Studioaufbauten. Leider werden bei den Meisten die elementaren Grundregeln nicht erklärt bzw. die Hinweise auf die typische Anfängerfehler weggelassen. Schlimmer noch: diese Fehler fungieren manchmal sogar als Beispiele!

Dieser Artikel soll eine erste Hilfestellung für die Portraitfotografie im Studio geben. Ich erkläre die Lichtführung anhand der Studioblitze. Allerdings ist es relativ egal welches Licht Sie einsetzen: seien es Studioblitze, Dauerlichtquellen oder einfach das Licht aus dem Fenster. Die grundlegende Zusammenhänge bleiben gleich. Obwohl dieser Artikel das Thema nicht komplett erläutern kann, sollen die hier dargelegten Grundlagen eine Basis für die ersten Experimente bieten. Natürlich sollen Sie den meisten Regeln nicht zu penibel folgen. Aber es ist immer gut, zunächst die Folgen zu kennen, bevor man die Regeln bricht ;-)

Noch eine Bemerkung: in diesem Beitrag verzichte ich bewusst auf den Umgang mit dem Belichtungsmesser im Studio. Obwohl ich dieses Thema für sehr wichtig halte, wird das den Rahmen dieses Artikels sprengen. Dafür gibt es später ein gesonderter Artikel. Lesen Sie dazu Lichtführung und Blitzbelichtungsmesser.

Zwei Tipps zum Posen

Die meisten Menschen erscheinen viel massiver, als sie in der Wirklichkeit sind, wenn man ihren Körper frontal fotografiert. Bitten Sie das Modell sein Körper leicht zu drehen, achten Sie aber darauf, das die hintere Schulter noch zu sehen ist. So bietet der Körper genügend „Tragfläche“ für den Kopf.

Portraitfotografie

Ein weiterer typischer Fehler: die portraitierende Person wird zu nah am Hintergrund platziert. Das Modell bekommt in diesem Fall genau so viel Licht wie der Hintergrund. So entgeht dem Fotografen die Möglichkeit den Beleuchtungskontrast zwischen dem Modell und dem Hintergrund gezielt zu steuern: also den Hintergrund nach Belieben heller oder dunkler zu machen (siehe dazu „Schwarzer Hintergrund“). In der Regel soll der Abstand zwischen der portraitierenden Person und dem Hintergrund zwei bis drei Meter betragen.

Für weitere Tipps zum Posen möchte ich auf das hervorragende The Zeltsman Approach to Traditional Classic Portraiture verweisen.

Lichtführung: worum geht es eigentlich?

Bevor wir die Lichtführung besprechen, stellen wir uns zunächst die Frage, was wir eigentlich erreichen wollen? Beim Einrichten des Lichts geht es nicht darum jemanden möglichst gut auszuleuchten, sondern zu versuchen, ein dreidimensionales Objekt auf einem zweidimensionalen Medium gut darzustellen. Die Form wird mit Hilfe von Licht und — ganz wichtig — Schatten modelliert. Ohne Schatten kann kein Volumen auf einem Foto entstehen.

Die allgemeine Zusammenhänge erläutern wir anhand des Rembrandtlichts. Dieses Lichtschema eignet sich auch sehr gut, um einem Anfänger die Angst vor Schatten zu nehmen.

Hauptlicht

Als erstes richten Sie das Hauptlicht — bekannt auch als Führungslicht — ein. Das Hauptlicht ist die dominierende Lichtquelle. Sie bestimmt den Schattenwurf und trägt somit entscheidend zum Endergebnis bei. Platzieren Sie die Hauptlichtquelle so, dass das Modell seitlich von oben ausgeleuchtet wird. Bewegen Sie nun die Lichtquelle vertikal und horizontal solange, bis Sie ein für das Rembrandtlicht typisches Lichtdreieck unter einem Auge erhalten. Idealerweise ist das Dreieck nicht breiter als das Auge und etwas kürzer als die Nasenlänge. Die untere Grenze des Nasenschattens verläuft oberhalb der oberen Lippe. (Bewegen Sie die Maus auf das Bild, um die Hilfslinien zu sehen). Ein Tipp: Kneifen Sie Ihre Augen zusammen, wenn Sie den Schattenverlauf beim Setzten des Lichtes nur schwer beurteilen können. Beim weichen Licht oder einem schwachen Beleuchtungskontrast ist das oft der Fall. Durch diesen Augentrick wird der wahrnehmbare Kontrast erhöht und die Schattenform kann besser gesehen werden.

Auf dem linken Bild von Rembrandt sehen Sie die Volllicht-Variation (broad lighting). Das Hauptlicht beleuchtet die uns zugewandte Gesichtshälfte. Folgende Besonderheiten können hier erkannt werden: Durch den steileren Lichteintrittwinkel wird die Hautstruktur gleichmäßig und insgesamt schmeichelhafter wiedergegeben. Allerdings passt diese Variante eher für schlanke Modelle, da das Gesicht insgesamt etwas breiter, als es in Wirklichkeit ist, erscheint. Das zweite Bild zeigt das schmale Licht (short lighting). Wie der Name schon sagt, wird hier die von uns abgewandte „schmalere“ Gesichtshälfte vom Hauptlicht beleuchtet. Das Gesicht erscheint insgesamt schlanker. Diese Variante wäre beispielsweise bei einem Modell mit einem breiten bzw. runden Gesicht vorzuziehen. Generell kann man mit dem schmalen Licht wenig falsch machen.

Zwei weitere Bilder illustrieren typische Fehler beim Setzten des Hauptlichts. Auf dem linken Bild ist die Hauptlichtquelle zu tief platziert. Der Nasenschatten ist zu dominant und einfach unschön. Ihre linke (für uns rechte) Wange wirkt unruhig durch den Lichtfleck, der mit gelb markiert ist. Das rechte Bild zeigt eine zu hohe Platzierung der Hauptlichtquelle. Der Nasenschatten geht über ihre Lippen. Die Lichtreflexe in den Augen sind kaum zu erkennen. Die Augen verlieren dadurch ihre Lebendigkeit.

Wie nah soll ein Hauptlicht an ein Motiv platziert werden? Der wichtigste Zusammenhang, den man immer im Hinterkopf behalten soll: Die Lichtintensität fällt quadratisch mit der Entfernung ab. Also, je weiter eine Lichtquelle von einem Motiv entfernt ist, um so unauffälliger ist der Abfall der Lichtintensität im Bereich des Motivs. Als Folge wirkt die Ausleuchtung gleichmäßiger. Ein typischer Abstand zwischen einem Motiv und einer Hauptlichtquelle bei einem Sitzportrait wäre beispielsweise ein Meter. Um ein Gesicht zu betonen und die Hände leicht in der Dunkelheit zu versenken, kann der Abstand bis zu 20-30 cm verringert werden. Für eine gleichmäßige Ausleuchtung vergrößert man den Abstand auf 2-3 Meter. Die „Gleichmäßigkeit“ des Lichts kann man am einfachsten mit einem Belichtungsmesser überprüfen. Man macht einfach eine Lichtmessung an den entsprechenden Stellen und vergleicht die Ergebnisse. Irgendwann entwickelt man ein Gefühl, wie der Abstand auf die Gleichmäßigkeit des Lichts auswirkt.

Aufhelllicht

Fotografieren Sie in einem abgedunkelten Raum, so weisen die ausgeleuchteten und die im Schatten liegenden Partien einen hohen Beleuchtungskontrast auf. Mit Hilfe von Aufhelllicht kann der Beleuchtungskontrast und somit die Stimmung eines Bildes nach Belieben gesteuert werden. Bei einem dramatischen (Männer)Portrait fällt der Kontrast höher aus. Um ein weibliches Portrait romantischer zu gestallten, kann der Beleuchtungskontrast durch stärkeres Aufhelllicht verringert werden.

Fotograf Fotostudio

Das Aufhelllicht soll vorhandene Schatten aufhellen, dabei aber keine Neuen erzeugen. Aus diesem Grund wird dafür eine großflächige Lichtquelle mit weichem Licht verwendet. Die Anfänger platzieren das Aufhelllicht oft auf der dem Hauptlicht gegenüberliegenden Seite. Die Intention ist dabei die Schatten möglichst gut aufhellen zu können. Allerdings steigt dadurch die Gefahr Doppelschatten zu erzeugen. Um das zu verhindern, soll das Aufhelllicht möglichst nah an der Objektivachse platziert werden: neben oder auch über der Kamera. Gegebenenfalls können die Schatten, die noch immer existieren, zusätzlich mit einem Reflektor aufgehellt werden.

Hintergrundlicht

Zusätzlich kann der Hintergrund leicht beleuchtet werden, um dem Bild mehr Raumtiefe zu verleihen. Am besten ist dafür eine kleine Softbox oder ein Reflektor mit Waben geeignet. Die Lichtintensität des Hintergrundlichts soll nicht zu stark ausfallen. Es geht darum den Hintergrund nur leicht zu betonen.

und Klick…

Es existieren mehrere Möglichkeiten einen Studioblitz beim Fotografieren auszulösen:

* Sie verbinden Ihre Kamera und einen Blitzgerät mit einem Blitzsynchronisationskabel. Das ist eine günstige und zuverlässige Lösung, die zunächst vielleicht etwas archaisch anmutet :-) Sollte ihre Kamera keinen Synchronisationskabelanschluß aufweisen, können Sie einen Adapter für den Kamerablitzschuh nutzen.
* Weiterhin ist es möglich, einen Infrarot-Auslöser zu verwenden.
* Die wohl beste, aber auch die teuerste Möglichkeit stellen die Funkauslöser dar.

Die Belichtung im (abgedunkelten) Studio steuern Sie ausschließlich nur über die Blende. Die Blitzdauer ist in der Regel kürzer als die Blitzsynchronisationszeit der meisten Kameras. Stellen Sie Ihre Kamera in den manuellen Modus und die Verschlusszeit auf 1/125 Sekunde.

Digitalfotografen können sich nun an die korrekte Belichtung über die Wahl der Blende und die anschließende Beurteilung des aufgenommenen Bildes herantasten. Die Besitzer der Analogkameras machen eine Lichtmessung mit dem Blitzbelichtungsmesser vom Modell Richtung Kamera, um einen Blendenwert zu ermitteln.

Ich wünsche nur noch viel Spaß bei Ihrem ersten Studioportrait!

Autor: Alex Penner, Camouflage Studios


 
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